DIE RÜCKKEHR DES MARS

DIE RÜCKKEHR DES MARS

Von Malte Nelles

In der Antike imaginierte man den Krieg nicht als Folge bewusster Entscheidungen Einzelner, sondern als ein Wirken der Götter auf das menschliche Bewusstsein. Im Lichte der gegenwärtigen Kriegslust kann konstatiert werden: Mars ist zurück. Ein Beitrag aus der Perspektive der Analytischen Psychologie.

Was ist eigentlich geschehen in der deutschen Öffentlichkeit? Über „Kriegsmüdigkeit“ beklagt man sich, eine „Wehrpflicht“ müsse wieder eingeführt und Deutschland „kriegstüchtig“ werden. Der deutsche Bundespräsident nenntRusslands Führung „das Böse“ und der Grüne Anton Hofreiter, bislang eher bekannt für seinen Einsatz für eine biologisch orientierte Landwirtschaft, fordert die totale Mobilisierung sämtlicher Ressourcen gegen Russland.

Waren nicht wenige Politiker der Grünen gefühlt bis vor kurzem noch damit beschäftigt, vierblättrige Kleeblätter im Garten der Waldorfkita zu suchen, sieht man Cem Özdemir nun in Feldtarn beim Truppenbesuch der Feldjäger. Und es bleibt nicht bei solchen Bildern: Die Atombombe für die Europäische Union fordert EU-Parlamentsvizepräsidentin Katharina Barley, und der Politiker und Bundeswehr-Oberst Roderich Kiesewetter möchte sogar „den Krieg nach Russland tragen“ und das „Sondervermögen“ zur deutschen Aufrüstung verdreifachen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Annalena Baerbock und Boris Pistorius haben bereits so viel verbale Munition verschossen, dass es schwerfällt, einzelne Zitate ihrer Wortgefechte auszuwählen.

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