Hauptstufe

HAUPTSTUFE – in Wien

Die Hauptstufe ist das Kernstück unserer Ausbildung. Sie findet im Rahmen einer geschlossenen Gruppe über einen Zeitraum von zwei Jahren statt. Sie lehrt das gesamte Spektrum der Aufstellungsarbeit aus einer phänomenologischen Perspektive und richtet sich an die Absolventen unserer Grundstufe, an Therapeuten und Berater und an Menschen mit fundierten Erfahrungen in der Aufstellungsarbeit, die den Lebensintegrationsprozess und die phänomenologische Methode zur Grundlage ihrer beruflichen Praxis machen möchten.

Unser Hauptakzent liegt darauf, dem Wirken der Seele, der inneren Logik des Lebens und der Bewegung des menschlichen Bewusstseins nachzuspüren, sie zu erfahren, zu erkennen und – soweit dies möglich ist – zu verstehen und zu lernen, wie man sich als Therapeut darauf einschwingt und damit arbeitet.

NEUE HAUPTSTUFE 2 | 2024

AUFBAU

Die Struktur der Hauptstufe der Aus- und Weiterbildung folgt dem Stufenmodell der menschlichen Lebens- und Bewusstseinsentwicklung. Sie besteht aus sieben 4-tägigen Blöcken und einer einwöchigen Sommerakademie. Die Sommerakademie findet in Nettersheim (Deutschland) statt.
Der Gesamtumfang der Ausbildung beträgt 35 Tage

TERMINE HAUPTSTUFE 2024 – 2026

TERMINE DER HAUPTSTUFEN-AUSBILDUNG

KURSZEITEN

Do.-Sa. 10-18 Uhr, So. 10-15 Uhr
(Ausnahme Sommerakademie)

PREIS

Gesamtpreis der Ausbildung: 5.900,- Euro.

Zahlungsmodalitäten:
1. Teilbetrag/Anzahlung 2024: 2.000, – Euro zahlbar bis 08.01.2024
2. Teilbetrag 2025: 1.950, – Euro zahlbar bis 08.01.2025
3. Teilbetrag 2026: 1.950, – Euro zahlbar bis 08.01.2026

Individuelle Zahlungsvereinbarungen sind nach Absprache möglich.

Ihre Ansprechpartnerin im Sekretariat:
Sonja Legler
Tel: +43 664 92 55 143
E-Mail: info@lebensintegrationsprozess.at

Zur Anmeldung

ANERKENNUNG in ÖSTERREICH

  • Wer die LIP Arbeit beruflich anwenden möchte, braucht dazu in Österreich eine berufsrechtliche Absicherung als Lebens- und Sozialberater!
  • Wir freuen uns, dass wir allen, die bereits sehr qualifizierte Ausbildungen im Bildungs- & Beratungsbereich (abgeschlossene Vorausausbildung in Supervision, Mediation oder vergleichbarer mind. 3-semestriger Ausbildung im Bildungs-, Beratungs-, Sozialbereich) absolviert haben und die aber nicht zu einer Berufsberechtigung führen, eine entsprechende Aufschulung mit Abschluss zur LebensberaterIn anbieten können.
  • Bei Interesse sprechen sie Suse Legler darauf an.
  • Genaue Information zur Lebens & Sozialberatung/Berufsberechtigung

ANERKENNUNG in DEUTSCHLAND

Die Hauptstufe der Ausbildung ist gemäß den Weiterbildungs-Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) anerkannt. Nach Abschluss der Weiterbildung können die Teilnehmer bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen (siehe Anerkennungskriterien DGfS) ihre Anerkennung als Systemaufsteller (DGfS) bei der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) beantragen.

TERMINE HAUPTSTUFE 2 I 2024 – 2025

INHALTE

Die Struktur der Weiterbildung folgt dem Stufenmodell der menschlichen Lebens- und Bewusstseinsentwicklung. Dabei gehen wir immer ganzheitlich vor, das heißt, wir verstehen die körperliche, seelische und geistige Entwicklung ebenso wie die Bewegungen des persönlichen und des Weltbewusstseins als verschiedene Ebenen ein- und desselben Prozesses. Ebenso geht die Behandlung therapeutischer Themen mit lebenspraktischen Fragen zur jeweiligen Lebensstufe Hand in Hand. Wilfried Nelles wird sich hierbei schwerpunktmäßig mit dem Weg von der Lebensmitte aus, Malte mit dem Weg zur Lebensmitte hin befassen.

Modul 1: Stufe 1:
a) Einführung in die Ausbildung
b) Das Kind im Mutterleib und die Geburt – Das symbiotische Bewusstsein

Wilfried Nelles

  • Das Innen und Außen des Lebens – Bewusstseins- und Lebensstufen
  • Persönliche und kollektive Bewusstseinsentwicklung
  • Leben als persönlicher und unpersönlicher Prozess
  • Psychologie als Naturwissenschaft, Psychologie als Geisteswissenschaft
  • Der Weltbezug des Ungeborenen 1: Symbiotisches Einheitsbewusstsein
  • Der Weltbezug des Ungeborenen 2: Mitschwingen und spüren („sensing“)
  • Die Geburt als „Weltenwechsel“ (L. Janus) und Tor zum Leben
  • Geburtstrauma und pränatale Traumata
  • „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ – Einzigartigkeit und persönliches Wesen
  • Die „Eicheltheorie“ (J. Hillman)
  • Potential und Umwelt
  • Verschmelzungssehnsucht oder die Prä – Trans – Verwechslung (K.Willber)

Modul 2: Stufe 2 und 3:

Die Kindheit – Das Gruppen-Bewusstsein (Stufe 2) und die Jugend – Das Ich-Bewusstsein (Stufe 3)

Malte Nelles

  • Die Familie als zweiter Mutterleib
  • „Die zwei Leben des Kindes“ (J. Hillman)
  • Bewusstsein und Spiegelung – Wie Kinder lernen
  • Das Gruppenbewusstsein: Kindliches Ich, Zugehörigkeit und kindliches Gewissen
  • Einheit – Trennung – Bindung
  • Der Weltbezug des Kindes: Fühlen (+ Spüren)
  • Der Lebensmodus im Gruppenbewusstsein: Glauben, befehlen und gehorchen
  • Institutionen im Gruppenbewusstsein: Religion, Monarchie, Amtsautorität
  • Familienaufstellung und Lebensintegrationsprozess – Unterschiede und Gemeinsamkeiten
  • Jugend als Geburt ins Erwachsensein
  • Der Weltbezug im Ich-Bewusstsein: Denken (+ fühlen + spüren)
  • Das Nein zu den Eltern
  • Der Lebensmodus im Ich-Bewusstsein: Auflehnen, kämpfen, erleben, Selbsterfahrung
  • Der Grundkonflikt des Jugendlichen: Freiheit, Abhängigkeit und Selbstwerdung
  • Charakterpanzer und Masken – oder: Der gute Schutz des Selbst
  • Institutionen im Ich-Bewusstsein: Wissenschaft, Demokratie, Rechtsstaat, Kapitalismus
Modul 3: Stufe 4
Erwachsensein – Das Selbst-Bewusstsein (Stufe 4)
Suse Legler
  • Jugend als Geburt ins Erwachsensein
  • Das Ich-Bewusstsein: Selbstbestimmung, Autonomie
  • Der Weltbezug im Ich-Bewusstsein: Denken (+ fühlen + spüren)
  • Das Nein zu den Eltern
  • Die Macht des Sexuellen
  • Der Lebensmodus im Ich-Bewusstsein: Auflehnen, kämpfen, erleben, Selbsterfahrung
  • Der Grundkonflikt des Jugendlichen: Freiheit, Abhängigkeit und Selbstwerdung
  • Charakterpanzer und Masken – oder: Der gute Schutz des Selbst
  • Institutionen im Ich-Bewusstsein: Wissenschaft, Demokratie, Rechtsstaat, Kapitalismus
  • Die Jugend als kollektiver Zeitgeist
  • Krise und Initiation (J. Campbell)
  • Die Neurose als Kind des Zeitgeists
  • Symptombildungen als innerer Balanceakt zwischen Dazugehören und Freiheit
Modul 4:

Der Beziehungsintegrationsprozess –  Sex, Liebe und Paarbeziehung
Malte Nelles

  • Theorie und Praxis des Beziehungsintegrationsprozess
  • Paartherapie als seelisch nackte Begegnung
  • Das Zusammensein von Sex, Liebe und Partnerschaft in der Paarbeziehung
  • Differenzierungstheorie (D. Schnarch)
  • Wachstum als Koevolution in intimen Beziehungen
  • Zeitgeschichtlicher Wandel der Paarbeziehung
  • Phänomene beim Paargeschehen: Außenbeziehungen, Trennung, Konflikte#
  • Paarbeziehung und Familie
  • Reifestufen und Wandlungen der Liebe und Paarbeziehung
  • Methodische Besonderheiten bei der Arbeit mit Paaren

Die Teilnehmer sind eingeladen an einem ausgewählten Tag den Partner in die Gruppe mitzubringen, um gemeinsam einen BIP zu machen.

Modul 5:
Trauma und Spiritualität
                                                                                                                                                                             
Thomas Geßner

  • Abhängige Liebe und Selbstliebe
  • Opferstatus und verinnerlichte Kindheit: du bist mehr als deine Geschichte
  • Übergriff, Missbrauch, Täter-Opfer-Dynamiken, Schuld
  • „Trauma“ und die Inflation des Trauma-Begriffs
  • Innere Phänomenologie der Traumasymptomatik: Anspannung, Ohnmacht, Lebensgefahr
  • Arbeit mit den Zeitdimensionen „Damals und Jetzt“
  • Spiritualität als Gegenwärtigkeit und Lebendigkeit
  • Aufstellungsarbeit zur ganzheitlichen Distanzregulierung und Trauma-Entspannung
  • Erstkontakt, Zielformulierungen, Nach-Arbeit?
  • Übungen zu Pacing, Atem, sicherer Gegenwart, Raum halten
Modul 6: Stufe 5, 6 und 7
Frühes Alter – Das Geist-Bewusstsein (Stufe 5), spätes Alter –  Das Einheits-Bewusstsein (Stufe 6) und Tod – Das Nicht- bzw. All-Bewusstsein (Stufe 7)                                        Thomas Geßner
  • Wechseljahre – Von der physischen zur geistigen Reproduktion
  • Natur und Geist, Biologie und Psychologie
  • Altern als Weitung
  • Der Weltbezug im Geist-Bewusstsein: Sehen (+ wahrnehmen + denken + fühlen + spüren)
  • Therapie als Liebe
  • Wenn die Kinder aus dem Haus sind – Reife Paarbeziehung und Liebe
  • Der Umgang mit den alten Eltern
  • Spiritualität (Körper und Geist)
  • Weisheit: Einklang mit der Schöpfung
  • Polarität und Einheit
  • Tod und Liebe
  • „Erleuchtung“

Modul 7:
Das Leben geschieht. Spiritualität

Wilfried und Malte Nelles

  • Ja zum normalen Leben
  • Das Ende des Suchens
  • Menschlichkeit, Fehlbarkeit
  • Spiritualität und Lebendigkeit
  • Leben und Leben lassen
  • Persönliches Abschiedsritual

Neben dem Abschreiten des Entwicklungsmodells des LIP vermittelt die Weiterbildung wesentliche Aspekte der Praxis der Aufstellungsarbeit und einer phänomenologisch orientierten Therapie. Hierzu werden u.a. folgende Aspekte behandelt:

Zur Aufstellungsarbeit

  • Das Stellvertreterphänomen
  • Finden, erfinden oder gefunden werden – Wahrheit in Aufstellungen
  • Resonanz und Bewegung
  • Statisches und bewegtes Aufstellen
  • Aufstellungsarbeit mit Formaten
  • Geschichte der Aufstellungsarbeit und ihrer Weiterentwicklungen
  • Würdigung von Bert Hellingers Lebenswerk
  • Grunddynamiken in Familien und anderen sozialen Systemen
  • Animus und Anima – Aufstellungen leiten und sich leiten lassen
  • Aufstellungsprozesse verstehen und meistern
  • Vor – und Nachbearbeitung von Aufstellungen
  • Potentiale und Grenzen der Aufstellungsarbeit
  • Verstrickungs – und wachstumsorientierte Perspektive
  • Aufstellungsarbeit mit schwierigen Symptomatiken und Klientengruppen: affektive Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen, Essstörungen etc.
  • Perspektiven: Loslösung von Problemen und Lösungssehnsüchte
  • Konstruktivismus und Phänomenologie
  • Grundkonzepte des Familienstellens: Gewissen, Bindungsliebe, Verstrickung
  • Ordnung und Freiheit: Ausgleich, Zugehörigkeit und Rangfolge
  • Prozessarbeit mit Sätzen
  • Ethik – Richtlinien der DGfS

Zur Therapie und Beratung

  • Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung
  • Krisenintervention
  • Varianten der Aufstellungsarbeit im Einzelsetting
  • Diagnostische und phänomenologische Perspektive
  • Grenzen und Überschneidungen: Therapie, Beratung, Coaching
  • Grundlagen therapeutischer Gesprächsführung
  • Therapeutische Qualitäten: Achtsamkeit, Liebe, Ehrlichkeit
  • Persönliche Anliegen und Seelische Bewegungen
  • Einbindung von Aufstellungen in Therapie – und Beratungsprozesse
  • Therapeutische Qualitäten: Achtsamkeit, Liebe, Ehrlichkeit
  • Wahrnehmung und Achtung von Grenzen
  • Was heilt in der Therapie? (W. Giegerich)
  • Freundschaft (I. Yalom) und Professionalität in der Therapie